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Geschichten,
die bewegen

Schriftsteller, Softwareentwickler und Geschichtenerzähler. Ich schreibe über das Leben, die Literatur und alles dazwischen.

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Gedanken, Geschichten und Beobachtungen von meinem Schreibtisch

Satz und Druck Praktisches
3 Min. Lesezeit

Satz und Druck

Foto: Nicolas HIPPERT / Unsplash

Wenn man im Selbstverlag ein Buch herausgeben will, steht man irgendwann vor einer Frage, die früher nicht der Autor zu beantworten hatte: Wie soll das Ding eigentlich aussehen? Welche Schrift, welcher Satzspiegel, welcher Zeilenabstand? Und vor allem – wie verhindere ich, dass jeder, der es in die Hand nimmt, sofort spürt, dass hier kein Handwerker am Werk war?

Was früher mehrere Berufe waren

Es ist kein Zufall, dass es einmal eine ganze Reihe von Berufen gab, die sich allein um die Gestalt eines Buches kümmerten: Buchgestalter, Schriftsetzer, Drucker. Jeder von ihnen brachte ein eigenes Wissen mit, das über Jahre, manchmal über Generationen weitergegeben wurde. Wie weit eine Marginalie vom Satzspiegel entfernt sein darf. Welche Schrift zu welchem Ton passt. Wie man verhindert, dass ein einzelner Satz vereinsamt auf einer neuen Seite landet – die berüchtigten Hurenkinder und Schusterjungen, die das Auge beim Lesen stören, ohne dass man genau weiß, warum.

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Hundert Jahre Persönliches
3 Min.

Hundert Jahre

Es gibt eine bestimmte Art von Einsamkeit, die man erst versteht, wenn man jemandem gegenübersitzt, der hundert Jahre alt ist.

Es ist nicht die Einsamkeit des Verlassenseins. Meine Tante wird gut versorgt. Die Schwestern kennen ihren Namen, die Mahlzeiten kommen pünktlich, das Zimmer ist warm. Es ist eine andere Einsamkeit: die des Übrigbleibens. Sie ist die Letzte. Alle, die ihr Leben mit ihr geteilt haben – die Schwester, die Freundinnen, Kollegen, Männer, Frauen, die Kinder der Straßen, in denen sie lebte –, sind vor ihr gegangen. Die Welt, in der sie jung war, existiert nur noch in ihr.

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Wien im Dezember: Die Stadt, die sich in sich selbst zurückzieht Reportage
4 Min.

Wien im Dezember: Die Stadt, die sich in sich selbst zurückzieht

Foto: Stephan Kesper / Hier

Es gibt Städte, die im Winter auftauen. Wien ist keine davon.

Wien zieht sich im Dezember in sich selbst zurück, wie ein Tier, das keine Höhle braucht, weil es selbst eine ist. Die Gassen riechen nach nassem Stein und Punsch, aber der Punsch ist weit weg, irgendwo hinter beschlagenen Scheiben, und der Stein ist nah. Sehr nah. Die Stadt atmet langsam, mit dem schweren Atem von etwas, das schon sehr lange lebt.

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Die Stille zwischen den Wörtern Essay
2 Min.

Die Stille zwischen den Wörtern

Foto: Ryan Snaadt / Unsplash

Es gibt Momente im Schreiben, in denen der Stift innehält und die Gedanken sich weigern, Gestalt anzunehmen. Diese Pausen, die so viele als Feind betrachten, als Zeichen des Versagens oder der Erschöpfung – ich habe gelernt, sie als das Herzstück meiner Arbeit zu begreifen.

Die Angst vor dem weißen Blatt

Jeder Autor kennt sie: die gähnende Leere des unbeschriebenen Papiers. Die Cursor blinkt, der Kaffee wird kalt, und die Wörter, die eben noch so klar im Kopf kreisten, haben sich in Luft aufgelöst. Was in diesem Moment geschieht, ist jedoch kein Scheitern. Es ist Vorbereitung.

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Berlin im März: Eine Stadt erwacht Reportage
2 Min.

Berlin im März: Eine Stadt erwacht

Der März in Berlin ist keine Jahreszeit. Er ist ein Zögern.

Zwischen dem letzten Schnee, der sich hartnäckig in den Kellerschächten der Prenzlauer-Berg-Altbauten hält, und dem ersten echten Frühlingstag liegt ein Zwischenraum, der die Stadt in einem eigentümlichen Licht erscheinen lässt. Die Menschen tragen noch Jacken, aber sie knöpfen sie nicht zu. Eine symbolische Geste: Wir sind bereit.

Die Kastanien am Kollwitzplatz

Ich sitze auf einer Bank und beobachte die Kastanienbäume. Noch kahl, aber schon an den Spitzen der Äste zeichnen sich die gequollenen Knospen ab – pralle kleine Versprechen in Braun und Grün. Ein Kind rennt vorbei, stolpert, steht wieder auf, lacht. Kein Weinen. Als wäre auch der Schmerz im März leichter zu ertragen.

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Warum ich noch handschriftlich schreibe Reflexion
2 Min.

Warum ich noch handschriftlich schreibe

Foto: Álvaro Serrano / Unsplash

Auf meinem Schreibtisch liegt immer ein Notizbuch. Liniert, schwarz eingebunden, von einer Marke, die ich seit Jahren kaufe, weil mir der Griff vertraut ist wie ein alter Freund. Daneben ein Füller – kein teurer, aber einer, der gut in der Hand liegt und dessen Tinte in einem tiefen Blaugrün fließt.

Viele meiner Kollegen tippen. Manche diktieren. Einige lassen mittlerweile Texte generieren und redigieren nur noch. Ich habe Verständnis für all das. Aber ich schreibe trotzdem noch mit der Hand, und ich werde erklären, warum.

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Das erste Buch: Eine ehrliche Rückschau Persönliches
1 Min.

Das erste Buch: Eine ehrliche Rückschau

Foto: Steve A Johnson / Unsplash

Mein erstes Buch wurde im Herbst 2004 fertig. Kein Verlag interessierte sich dafür.

Ich war 36 Jahre alt, und ich dachte, ich hätte Literatur geschrieben.

Die naive Gewissheit des Anfängers

Rückblickend erscheint mir diese Überzeugung rührend. Ich hatte keine Ahnung, was ich nicht wusste. Ich kannte die Regeln, die ich brach, nicht wirklich – was bedeutet, dass ich sie gar nicht brechen konnte.

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„Schreiben bedeutet, das Schweigen zu brechen, dem die Welt zu lange zugehört hat."

— Stephan Kesper

Wer steckt dahinter?

Schreiben ist mein Handwerk

Seit über dreißig Jahren schreibe ich Geschichten, Reportagen und Essays – über Menschen, Orte und die kleinen Wunder des Alltags. Meine Texte erschienen als eigenständige Bücher im Selbstverlag.

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