PraktischesSatz und Druck
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Wenn man im Selbstverlag ein Buch herausgeben will, steht man irgendwann vor einer Frage, die früher nicht der Autor zu beantworten hatte: Wie soll das Ding eigentlich aussehen? Welche Schrift, welcher Satzspiegel, welcher Zeilenabstand? Und vor allem – wie verhindere ich, dass jeder, der es in die Hand nimmt, sofort spürt, dass hier kein Handwerker am Werk war?
Was früher mehrere Berufe waren
Es ist kein Zufall, dass es einmal eine ganze Reihe von Berufen gab, die sich allein um die Gestalt eines Buches kümmerten: Buchgestalter, Schriftsetzer, Drucker. Jeder von ihnen brachte ein eigenes Wissen mit, das über Jahre, manchmal über Generationen weitergegeben wurde. Wie weit eine Marginalie vom Satzspiegel entfernt sein darf. Welche Schrift zu welchem Ton passt. Wie man verhindert, dass ein einzelner Satz vereinsamt auf einer neuen Seite landet – die berüchtigten Hurenkinder und Schusterjungen, die das Auge beim Lesen stören, ohne dass man genau weiß, warum.