PersönlichesHundert Jahre
Es gibt eine bestimmte Art von Einsamkeit, die man erst versteht, wenn man jemandem gegenübersitzt, der hundert Jahre alt ist.
Es ist nicht die Einsamkeit des Verlassenseins. Meine Tante wird gut versorgt. Die Schwestern kennen ihren Namen, die Mahlzeiten kommen pünktlich, das Zimmer ist warm. Es ist eine andere Einsamkeit: die des Übrigbleibens. Sie ist die Letzte. Alle, die ihr Leben mit ihr geteilt haben – die Schwester, die Freundinnen, Kollegen, Männer, Frauen, die Kinder der Straßen, in denen sie lebte –, sind vor ihr gegangen. Die Welt, in der sie jung war, existiert nur noch in ihr.
Familie
Alter
Erinnerung
Melancholie
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